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Beim Einstieg in das Thema "Biomedizin und Autismus" muss aus mehreren Gründen immer zu Beginn die Vitamin B6-Therapie genannt werden. Zunächst deshalb, weil dies der erste weltweit bekannt gewordene biomedizinische Ansatz in der Behandlung autistisch behinderter Menschen gewesen war.
Überall bekannt wurde die Vitamin B6-Therapie durch Dr. Bernard Rimland, Gründer des weltweit bekannten Autismus-Forschungs-Instituts aus San Diego (USA), welcher in zahlreichen Veröffentlichungen von den segensreichen Wirkungen von sehr hohen Dosierungen Vitamin B6 zusammen mit Magnesium berichtete.
Autistisch Behinderte, egal welchen Alters, zeigten durch die tägliche Einnahme dieser sehr hohen Dosierungen deutlich sichtbare Verhaltensverbesserungen, indem insbesondere die hyperaktiven unter ihnen dadurch deutlich merkbar ruhiger und damit für ihre Umwelt wesentlich zugänglicher geworden waren.
Als "Sofortmaßnahme" kann diese Therapie auch heute noch empfohlen werden, wenn ein autistisch Behinderter sichtbar unter seiner Hyperaktivität leidet. Bzgl. ausführlicherer Informationen wie zum Beispiel Erfahrensberichte oder die Höhe der Dosierung (Quellen: Dr. Rimland), dürfen wir auf andere Seiten dieser Webpage verweisen.
Dr. Bernard Rimland: Vitamin B6 (u. Magnesium) in der Behandlung von Autismus. Auszüge aus der Website des Autism Research Institute, Übersetzung aus dem Englischen.
Dr. Bernard Rimland: Die richtige Dosierung für Vitamin B6, DMG und anderer Nährstoffe, die nützlich gegen Autismus sind. Auszüge aus der Website des Autism Research Institute, Übersetzung aus dem Englischen.
Die Vitamin B6-Therapie ist jedoch vor allem deshalb ein sehr guter Einstieg in das Thema Biomedizin, weil anhand ihr die gesamte Problematik sehr anschaulich wird, die wir auf den Seiten zuvor kurz angesprochen haben.
"Solch hohe Dosierungen sind Unsinn und sind schädlich!" kommentierten viele Fachleute Rimlands Berichte. Dabei muss erwähnt werden, dass gerade dieser eine biomedizinische Ansatz durch zahlreiche Studien ein gewisses "wissenschaftliches Gütesiegel" erhalten hatte, weil sogar in placebo-kontrollierten Doppel-Blind-Studien die Mehrheit der autistisch behinderten Probanten positiv auf die Einnahme reagiert hatte. Das bedeutet jedoch auch, dass es eine Minderheit gab, denen die Einnahme nichts oder kaum etwas brachte.
Ein Autismus-Forscher hat viele Jahre später die Problematik auf den Punkt gebracht: "Es wurde immer untersucht, ob Vitamin B6 wirkt oder nicht!" Wissenschaftlich gesehen wirkt eine Substanz, wenn eine überzeugend große Mehrheit der untersuchten Probanten positiv darauf reagiert, was bei B6 der Fall gewesen ist.
"Es kam jedoch niemand auf den Gedanken zu forschen, warum es bei den einen Kindern wirkt und bei den anderen nicht!"
Nur sehr zögerlich näherte sich die Forschung dieser Fragestellung. Zunächst stellte ein niederländisches Forscherteam vor einigen Jahren auf der DAN!-Conference (jährlich stattfindende Autismus-Fachtagung in den USA) die Ergebnisse seiner durchgeführten Studie an autistisch behinderten Kindern vor. Das Ergebnis war erschreckend, weil festgestellt wurde, dass bei einer großen Mehrheit von autistisch Behinderten massive Defizite in Bezug auf essentielle (also lebenswichtige) Nährstoffe (Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, etc.) festgestellt wurde.
LINK: Die Titelgeschichte der 9. Ausgabe: Doch wie’s da drin aussieht ... Ein biomedizinisches Protokoll von Dr. F. Emar Vogelaar und Kollegen.
Allerdings gab es für die Defizite keine schlüssige Erklärung. Die bekannte Tatsache, dass viele autistisch Behinderte sehr strenge Vorlieben für bestimmte Speisen haben, rechtfertigte dieses gravierende Ergebnis nicht.
Also musste es am Stoffwechsel der Probanten gelegen haben, dass offensichtlich der Körper autistisch behinderter Menschen die essentiellen Nährstoffe nicht oder nur ungenügend aufnimmt. Entscheidend ist nämlich nicht, was durch den Mund in den Körper eingeht, sondern was von den Därmen absorbiert wird. Doch welche Stoffwechselstörungen sollten autistisch Behinderte haben?
Dr. William Shaw, Autismus-Forscher aus den USA, lieferte in seinem Buch "Biologische Behandlungen bei Autismus und PDD", welches es zwischenzeitlich auch als deutschsprachige Ausgabe gibt, die ersten plausible Erklärungsansätze für diese Phänomene. Dr. Shaw untersuchte seit Jahren die Wirkungsweise von Hefen und anderen pathogenen Mikroorganismen bei Menschen mit Autismus und führte dabei in seinem Buch aus, wie es möglich sein kann, dass verschiedene Stoffwechselvorgänge durch Stoffwechselprodukte von pathogenen Hefen und anderen Mikroorganismen (insbesondere der Hefe Candida albicans) massiv gestört wenn nicht sogar blockiert werden können.
Gerade Stoffwechselprodukte von Candida albicans sind in der Lage, Stoffwechselvorgänge, die in Zusammenhang mit Vitamin B6 stehen, zu blockieren.
Damit lieferte Dr. Shaw den ersten Erklärungsansatz dafür, was hinter den Geheimnis der Mega-Dosierungen B6 stecken könnte.
Fragt sich: Was ist mit den autistisch behinderten Probanten, welche in den bereits erwähnten Studien kaum oder nicht merkbar auf die B6-Therapie reagiert haben? Im Prinzip gibt es dafür zwei verschiedene plausible Antworten: Entweder war das Candida-Problem dieser Probanten so stark, dass die massive Einnahme von B6 kaum noch einen Effekt zeigte oder die Kinder hatten noch ganz andere Probleme.
Wie wir in unserer 12. Ausgabe ausführlich berichtet haben, haben Hefen und andere pathogene Mikroorganismen leider noch viel schrecklichere Potenzen, nicht zuletzt deshalb, weil sie Giftstoffe absondern können, die direkt im Gehirn wirken. Anhand des Beispiels der Vitamin B6-Therapie wird recht anschaulich die Problematik der Biomedizin beim Autismus deutlich:
Wissenschaftliche Studien können mitunter nichtssagend sein, was bei den B6-Studien sehr deutlich wird.
In der Regel steckt hinter dem augenscheinlichen Problem (Nährstoffmangel, insbesondere Vitamin B6) ein ganz anderes Problem (pathogene Mikroorganis-men, insbesondere Candida albicans)
Wenn eine biomedizinische Maßnahme wirkt (z.B.: Die Einnahme von B6 führt zur Linderung der Hyperaktivität), dann steckt dahinter in der Regel ein anderes Problem, welches durch diese Maßnahme leider unbehandelt bleibt (notwendig wäre eine Candida-Behandlung)
Wenn eine solche Maßnahme jedoch nicht gleich wirkt, dann heißt dies noch lange nicht, dass sie nie wirkt. Gerade wenn man weitere vorhandene Probleme erfolgreich behandelt hat, dann zeigen erfahrungsgemäß auch Maßnahmen Wirkung, die vorher versagt haben.
Ein vorschnelles Urteil wäre deshalb fatal.
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